Liebe Petra,

jetzt habe ich so lange für meine Antwort gebraucht, dass ich mit ganz neuen Erfahrungen aufwarten kann. Auf vorablesen.de gibt es nämlich gerade eine ganze Menge LeserInnen, die dazu aufgefordert sind, sich über meinen neuen Roman „Die Teehändlerin“ auszulassen. Es schmerzt tatsächlich ein bisschen, wenn man Kommentare liest, mit denen man nicht gerechnet hat, oder die man ganz einfach lieber nicht gelesen hätte. Aber das gehört eben dazu, sage ich mir. Und dass ich es nicht jedem recht machen kann. 

Dazu habe ich kürzlich in der Autorenzeitung Federwelt ein Zitat des Autors Andreas Eschbach gefunden, das ich mir gemerkt (und eben noch einmal herausgesucht) habe: „Man kann nur die Bücher gut schreiben, die man selber vermisst, und nur die werden sie lesen, denen es ebenso geht.“ Da finde ich mich tatsächlich voll und ganz wieder – und es ist doch auch irgendwie tröstlich, oder nicht? Ich hoffe eben darauf, dass es möglich viele sind, die dasselbe vermissen, was auch ich vermisse. Und mir dann fünf Sternchen geben.

Sternchengruß von 

Susanne 

Liebe Susanne,

Sommerpause? We don’t know her.

Ich weiß auch nicht, was wir uns dabei gedacht haben. Hier ist jedenfalls genug zu tun. Meine Architektin von New York wird gerade auf LovelyBooks in einer Leserunde gelesen, und es ist so schön zu sehen, wie sie bei den Leserinnen ankommt. Natürlich ist auch immer ein bisschen Kritik dabei, aber die hilft ja vielleicht fürs nächste Buch. Passend dazu habe ich mir gestern einen ersten Batzen Bücher für meine nächste „bedeutende Frau“ aus der Piper-Reihe bestellt, das heißt, da geht es jetzt mit der Recherche los.

Währenddessen wird mein Roman, der nächstes Frühjahr bei Fischer Krüger erscheint, zum Vorablesen auf einer anderen Plattform eingestellt, sodass ich da mit ersten Eindrücken rechnen kann. Hgnnnn … Macht dich so etwas auch nervös? Wie wichtig sind dir Rückmeldungen von deinen Leserinnen? Wie kommst du mit (berechtigter, konstruktiver) Kritik zurecht?

Liebe, unkritische Grüße

Petra

Liebe Petra, 

nun also eine Sommerpause. Dazu gleich eine Frage: Machst du eigentlich manchmal Ferien vom Schreiben? Ich hatte das eigentlich zuerst nicht vor, aber vielleicht ist so eine Pause vom Kreativsein ja doch ganz schön. Ich bin noch unentschlossen, ob ich den Laptop mit in den Urlaub nehme oder nicht. 

Was unseren Podcast betrifft, ist das mit der Sommerpause ohnehin relativ. Drei Episoden in zwei Wochen aufzunehmen, klingt nicht nach Pause. Es gibt aber ja auch inspirierende Frauen wie Sterne, wie du so schön festgestellt hast. Da muss man einfach immer weitermachen. 

Ich werde jedenfalls auch auf Straßenschilder achten! 

Herzlichst

Susanne 

Liebe Susanne,

wir werden wahrscheinlich in die Berge fahren – und sind damit wahrscheinlich auch nicht die einzigen. Aber ich freue mich trotzdem schon, mal wieder aus der Stadt rauszukommen.

Außerdem bin ich gespannt, wie viele Fotos über die Sommermonate zusammenkommen – Familie und Freund:innen schicken mir immer häufiger Bilder von Straßenschildern: „Schau mal, diese Straße ist nach Gertrud Woker benannt, habt ihr die schon in eurer Frauenleben-Liste?“

So haben wir jedenfalls auch nach unserer Sommerpause keine Probleme, inspirierende Frauen zu finden. Das scheint wie mit den Sternen zu sein: Je genauer man hinschaut, desto mehr sieht man.

Bis bald!

Petra

Liebe Petra,

einfach unverzeihlich, dass ich so lange nicht auf deinen Beitrag geantwortet habe, in dem es ja sogar noch ums Skifahren ging. Inzwischen sind über 30 Grad in Schatten und sogar auf den Bergen liegt kaum noch Schnee. Ich hoffe, du siehst mir meine Nachlässigkeit nach, ich gelobe Besserung, denn eigentlich mag ich es, mich hier ein bisschen auszutoben.

Hast du Urlaubspläne? Wir werden an die Nordsee fahren und sind natürlich nicht die einzigen, die auf diese Idee gekommen sind. Aber trotz später Buchung haben wir irgendwie noch ein Zimmer ergattert. Und dann werden wir ein paar Tage in Hamburg verbringen, wo auf Google Maps jetzt immer eine “Hitzewarnung” angezeigt wurde. Ich bin gespannt, eigentlich rechne ich ja damit, mich in Regenjacke gegen den Sturm stemmen zu müssen, und man lässt ja nur ungern los von seinen Vorurteilen.

Dir einen schönen Sommer!

Susanne

Geboren wurde sie als Eva De la Gardie, am 10. Juli 1724 in Stockholm. Ihre Familie war adlig, sie hatte fünf Geschwister und heiratete mit 16 Jahren den Politiker und Grafen Claes Claesson Ekeblad, mit dem sie einen Sohn und sechs Töchter hatte. Sie galt als strenge und temperamentvolle, aber gerechte Aufseherin über die Besitztümer der Familie in Västergötland. Ihr Mann war häufig auf langen Reisen. Sie war außerdem eine beliebte Salonnière – eine der wenigen, deren Ehre unbescholten war, wie die Frau eines spanischen Gesandten sich ausdrückte – und hatte einigen Einfluss am Hof.

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Liebe Susanne,

ursprünglich erfunden haben das Skifahren die Norweger. Schon in den alten Isländersagas (die ja teils in Norwegen spielen) waren die Wikinger auf Skiern unterwegs:

Birkebeinerne von Knud Bergslien

Aber du hast schon recht, dass Arthur Conan Doyle ganz viele Landsmänner mit in die Alpen brachte, wo sie zuerst die Berge zu Fuß bekletterten und sich dann auch fürs Skifahren begeisterten. Meist waren das natürlich Männer, weil der schwache Körper einer Frau nicht für solch anstrengenden Sport geeignet war. Nicht dass sie noch (frei nach Hazel Brugger) auf ihrem Menstruationsblut ausrutschten …

Aber zwei Frauen möchte ich hier trotzdem erwähnen: Da ist einmal Jane Freshfield (1814–1901), die in den Alpen (vor allem in Graubünden) klettern und wandern ging und dann als „A Lady“ ihre Reisememoiren aufschrieb. Ihr Sohn Douglas wurde später ebenfalls als Bergsteiger berühmt.

Die zweite Frau ist die Französin Marie Marvingt (1875–1963) – Pilotin, Krankenschwester und Sportlerin. Sie fuhr Ski, spielte Golf, begeisterte sich fürs Eislaufen und eben auch fürs Bergsteigen. Von der Académie des Sports erhielt sie eine Medaille pour tous les sports. Das muss man erst mal schaffen. Eine Medaille für alles.

Ich muss mal schauen, ob ich noch mehr über die beiden finde. Wenn ja, gibt das zwei weitere spannende Podcast-Folgen!

Bis dahin wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg bei deinem Schreibseminar in Sent. Ich bin ganz neidisch und hoffe, dass die Schreibschule das im nächsten Jahr noch einmal anbietet. Bitte berichte!

Viele Grüße
Petra

Liebe Petra,

eigentlich erstaunlich, die Engländer sollen das Skilaufen in den Alpen ja auch erfunden haben. Möglicherweise ergänzend zu den Silly Walks, Monty Python gründete ja später das passende Ministerium dazu.

Ich habe zwar schon einmal auf Skiern gestanden, nutze aber den Winter in der Schweiz nicht so, wie es sich eigentlich gehören würde. SchweizerInnen werden ja bekanntlich mit Skiern an den Füßen geboren, das war bei mir nicht der Fall. Allerdings fahre ich an diesem Wochenende ins Unterengadin, um mich in der Schreibschule Sent dem Schreiben nach der Natur zu widmen, und da werden wir unter anderem ein Antwort darauf suchen, wie der Schnee die Konturen verändert. Falls noch Schneereste da sind.

Übrigens danke für den Tipp!

Herzlichst, Susanne

Liebe Susanne,

in deiner letzten Nachricht (aus dem Februar) schriebst du von Blutschnee. Gruseliger Begriff, interessantes Phänomen. Jetzt haben wir Mitte April, und es schneit immer noch – oder schon wieder.

Passend dazu lese ich aber gerade über die Ursprünge des Skisports in den Alpen. Auch den Erfinder bzw. Autor von Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyle, zog es in den 1890ern in die Schweiz. Er war wohl kein Naturtalent, denn er meinte, wenn jemand unter zu viel Würde leide, solle er einfach mal versuchen, Ski zu fahren, dabei mache man sich anfangs so lächerlich, dass einem jeglicher Dünkel bald vergehen würde.

Bildquelle: Daily Mail

Und ich, die ich noch nie im Leben auf Skiern stand, hätte jetzt auch Lust, einmal völlig würdelos einen Hang runterzurutschen …

Viele Grüße

Petra